Bessie Smith – „The Empress of the Blues“
Bessie Smith ist „The Empress of the Blues“, die Kaiserin des Blues. Mit ihrer starken Stimme und ihrem charismatischen Auftreten war sie zweifelsohne eine der beeindruckendsten Erscheinungen der Vaudeville-Ära.
„I hate to see the evening sun go down, cause my baby he’s gone left this town.“, klagte Bessie Smith bereits 1925 auf einer Aufnahme des „St. Louis Blues“ begleitet von Louis Armstrong. Mit diesem und vielen anderen Songs über Liebe, Triebe, Herzschmerz und Leid sang sie sich in die Herzen des Publikums der Vaudeville-Shows.
Bessie Smith – Aus der Armut ins Rampenlicht
Die Varieté ähnlichen Vaudeville Shows, in denen allerlei Unterhaltsames aufgefahren wurde, waren Bessie’s Ausweg aus der Armut. Schon im Alter von 9 Jahren hatte sie beide Eltern verloren und war von nun an für die Erziehung und die Ernährung ihrer Geschwister zuständig. Als sie sich mit 17 Jahren der Moses-Stokes-Show anschloss und die berühmte Blues Sängerin Ma Rainey kennenlernte, war das ihre Chance der Armut zu entrinnen.
Sie ging auf Tournee. Von Atlanta über Baltimore bis nach Philadelphia füllte sie die Konzertsäle. Dieses Business hatte allerdings auch seine Schattenseiten: in den oft illegal betriebenen Bars und Kneipen, in denen sie auftrat, wurden Unmengen von Alkohol ausgeschenkt. Da sie dem ständigen Erfolgsdruck emotional nicht gewachsen war, begann sie zu trinken, war sogar auf der Bühne kaum noch ohne ihren geliebten Begleiter, den Gin, zu sehen. Davon zeugen nicht zuletzt auch ihre Songs „Me and My Gin“ und „The Gin House Blues“.
Bessie Smith’s Karriere: Licht- und Schattenseiten
Ihr erster Song auf Platte war der „Down Hearted Blues“ von Alberta Hunter 1923 und verschaffte ihr ein hohes Ansehen in der Blues-Szene. In knapp 7 Monaten wurden etwa 870.000 Exemplare davon verkauft. Ein wahnsinniger Erfolg für damalige Verhältnisse! In dessen Folge arbeitete sie zusammen mit namhaften Jazzmusikern wie Louis Armstrong und Fletcher Henderson.
Ihre rauschende Karriere war aber keinesfalls so rosig, wie auf den ersten Blick anzunehmen ist. Es war außerordentlich schwer, sich als Frau in dieser Männerdomäne zu behaupten. Auch ihre schwarze Hautfarbe trug oft zu Geringschätzung durch Kollegen und Gäste der Shows bei.
Der sagenumwobene Tod Bessies
Der tragische Tod von Bessie Smith ist bis heute noch nicht vollständig aufgeklärt. Klar ist nur, dass sie 1937 bei einem Autounfall mit ihrem damaligen Liebhaber Richard Morgan ums Leben kam. Die Mutmaßungen zu den Todesumständen gehen vom Ableben trotz ausreichender medizinischer Versorgung bis hin zur unterlassenen Hilfeleistung. In vielen Geschichtsbüchern liest man auch heute noch, dass man Bessie Smith die Versorgung im nahegelegenen Krankenhaus aufgrund ihrer dunklen Hautfarbe verweigerte und sie verbluten ließ. Diese Version ist allerdings lediglich Spekulation und lässt sich weder vollständig widerlegen, noch beweisen.