Billie Holiday: Lady Sings the Blues
Billie Holiday ist eine der herausragendsten Persönlichkeiten der Blues- und Jazzhistorie. Der Rassendiskriminierung zum Trotz trat sie als schwarze Sängerin mit weißen Musikern auf und ging als Lady Day in die Geschichte ein.

Billie Holiday war nicht nur eine einzigartige Sängerin, sondern auch eine außergewöhnlich starke Persönlichkeit und Frau. Trotzdem sie immer wieder der Diskriminierung aufgrund ihrer Hautfarbe ausgesetzt war, verschaffte sie sich Gehör mit ihrer atemberaubenden Stimme. Wie könnte man da nur weghören? Wer Billie Holiday einmal gelauscht hat, weiß wovon ich spreche.
Billie Holiday: Werdegang
Billie Holiday wurde als Elinore Harris 1915 in Philadelphia geboren, wuchs aber bei Verwandten in Baltimore auf. Mit 11 Jahren bekam sie bereits zu spüren, was es damals hieß, als schwarze Frau auf die Welt zu kommen. Sie wurde von einem Nachbarn vergewaltigt und arbeitete schon im Kindesalter als Putzfrau in einem Bordell.
Etwas Gutes hatte die Arbeit in diesem schäbigen Etablissement jedoch: sie hörte auf dem Grammophon des Bordells zum ersten Mal die Musik von Louis Armstrong. Als sie mit ihrer Mutter nach New York ging, erkor sie sich ihn und die Blues-Sängerin Bessie Smith als ihre Vorbilder aus und trat in kleinen Cafés auf. Dort wurde sie schließlich von Produzent John Hammond entdeckt und machte erste Plattenaufnahmen mit Benny Goodman.
Trotzdem sie relativ schnell eine recht große Bekanntheit erlangte, durfte sie in vielen Clubs als schwarze Frau entweder gar nicht singen oder musste die Schande über sich ergehen lassen, diese nur durch den Hintereingang betreten zu dürfen. Überhaupt war sie eine der ersten schwarzen Jazz-Sängerinnen, die es wagte, zusammen mit weißen Musikern auf die Bühne zu treten.
Billie Holiday: Strange Fruit
Der Song „Strange Fruit“ ist weniger aufgrund seiner musikalischen Beschaffenheit, als vielmehr aufgrund seiner tiefgründigen Aussage einer der bekanntesten Songs Billie Holidays. Der von Abel Meeropol verfasste Text kritisiert die Lynchjustiz der 30er Jahre, unter der in den Südstaaten der USA vor allem Schwarze zu leiden hatten.
Southern trees bear a strange fruit,
blood on the leaves and blood at the root,
black body swinging in the Southern breeze,
strange fruit hanging from the poplar trees.
Die Stimme war ihr Instrument
Billie Holiday machte sich ihre Stimme zum Untertan und behandelte sie wie ein Instrument. Es war nicht etwa eine ausgefeilte Technik, die ihren Gesang zu etwas Einzigartigem machte, ihre Musik lebte allein von ihrem Gefühl. Genau diese Tatsache schlägt sich im folgenden Zitat nieder:
„Ich glaube nicht, dass ich singe. Ich improvisiere mit meiner Stimme wie auf einem Instrument, wie Lester Young, Louis Armstrong oder sonst jemand, den ich bewundere. Es kommt alles, wie ich’s fühle. Ich hasse es, ein Lied so zu singen, wie es auf dem Papier steht. Ich muss eine Melodie so ändern, dass sie zu mir passt. Das ist alles, was ich weiß.“
- Billie Holiday –