Blue Notes – Geheimnis des Bluesfeelings

Kategorie: Rund um den Blues // Geschrieben von Christin

Blue Notes gelten als ein Merkmal der Harmonik und Melodik im Blues und Jazz. Sie sind Inbegriff der Verschmelzung afroamerikanischer und europäischer Musiktradition.

Blue Notes sind ganz einfach gesprochen die Abweichung von der Norm des europäischen Tonsystems im Blues und Jazz. Sie spiegeln die Verschmelzung afroamerikanischer und europäischer Musiktradition wider. Durch Erniedrigung der dritten und siebten, ab und an auch der fünften Stufe einer Tonleiter entsteht ein melodisches und harmonisches Geflecht, das weder dem einer traditionellen Dur- noch Molltonleiter entspricht.

Blue Notes in der Vokalmusik

Die diatonische achtstufige Tonleiter, die sich im europäischen Raum als Regel herausgebildet hat und ihre Ausprägung in den Tongeschlechtern Dur und Moll findet, verschmolz zur Zeit der Entstehung des Blues mit dem an der Naturtonreihe orientierten Tonsystem der Afroamerikaner. Sie kamen als Sklaven von Afrika nach Amerika und sangen während der Arbeit auf den Feldern ihre Worksongs und Spirituals. Sie sangen sich sprichwörtlich ihr Leid von der Seele. Ihre Art die Töne leidvoll „anzuschleifen“ bzw. sie der Naturtonreihe entsprechend zu gestalten wurde als „blue“ bezeichnet und später auch in der Instrumentalmusik angewendet.

Blue Notes in der Instrumentalmusik

Da die Blue Notes in der klassischen 12-Tonskala nicht enthalten sind, werden die z.T. auch als unsauber empfundenen Töne auf der Gitarre beispielsweise durch sogenanntes Bending erzeugt. Die typischen Blue Notes liegen irgendwo zwischen kleiner und großer Terz, zwischen der kleinen und großen Septime, sowie zwischen der verminderten und reinen Quinte. Deswegen zieht man die Töne auf der Gitarre vom jeweils tieferen Ton zum höheren, um die Zwischentöne hörbar zu machen. Auf dem Klavier werden kleine und große Terz einfach direkt nebeneinander gestellt.

Die Bluestonleiter

Eine typische Bluestonleiter entsteht durch hinzufügen einer verminderten Quinte zu einer pentatonischen Moll-Tonleiter. Die Leiter liest sich dann wie folgt:

c-es-f-ges-g-b-c

Fügt man nun noch eine große Terz hinzu entsteht eine weitere Bluestonleiter, die sich wie folgt liest:

c-es-e-f-ges-g-b-c

Die Reibung zwischen es-e und ges-g ergibt das typische Bluesfeeling.

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