5 Tage vor ihrem 74. Geburtstag starb Etta James am 20. Januar 2012 in Riverside (Kalifornien) in Folge einer schweren Lungenentzündung. Wir würdigen ihre Karriere als Sängerin.
In den vergangenen Tagen wurde die Leistung der Sängerin Etta James in vielerlei Hinsicht gewürdigt und wertgeschätzt. So z.B. von Rezensent Jonathan Fischer in der Süddeutschen Zeitung, der anerkennend schrieb: „Sie atmete den Soul. Wenn Etta James sang, kribbelte und brannte es.“
Dinah Washington zählt neben Bessie Smith, Ella Fitzgerald, Billie Holiday und Sarah Vaughan zu den wohl bedeutendsten Blues- und Jazzsängerinnen des 20. Jahrhunderts. Mit Titeln wie „What a Difference a Day Makes“ oder „Teach Me Tonight“ sang sie sich in die Herzen ihrer Fans.
Dinah Washington erblickte im August des Jahres 1924 das Licht der Welt als Ruth Lee Jones in Tuscaloosa/Alabama. Schon als junges Mädchen entdeckte sie ihre große Leidenschaft: die Musik. Sie sang zunächst Gospel im Kirchenchor, gewann im Alter von 15 Jahren einen Gesangswettbewerb und sollte von nun an kontinuierlich an ihrer Karriere als Sängerin arbeiten.
Keith Jarrett ist einer der wohl bemerkenswertesten Pianisten unserer Zeit, der die Solo-Improvisation am Klavier zu seinem persönlichen Ausdrucksmittel machte und in ihr eine Sprache fand, die alle Welt zu verstehen scheint.
Im Jahr 1975 legte der damals 30-jährige Keith Jarrett einen entscheidenden Grundstein für seine weitere Karriere mit dem legendären „The Köln Concert“ in der deutschen Stadt am Rhein. Das am 24. Januar in der Kölner Oper aufgezeichnete Solokonzert wurde auf Tonträger gepresst und ging um die ganze Welt.
Charlie Parker ist nicht einmal 35 Jahre alt geworden. Nichtsdestotrotz gilt er als eine der wohl schillerndsten Persönlichkeiten im Jazzbusiness der 40er Jahre und als Schöpfer des Bebop. Sein einzigartiger Umgang mit dem Saxophon bescherte ihm den Spitznamen Bird.
Charlie Parker gehört nicht in die Riege der Wunderkinder, die mit 5 Jahren die Liebe zu ihrem Instrument entdecken und mit 8 das erste Mal auf großen Bühnen stehen. Charlie Parker interessierte sich in seiner Schulzeit zwar bereits für Blasmusik und spielte gar in einem Orchester das Tenorhorn, seine Leidenschaft für das Saxophon, mit dem er später in die Geschichte eingehen sollte, entdeckte er allerdings erst im Alter von 17 Jahren.
Charlie Parker: Vom Autodidakten zum Profi
Hatte die Suche nach dem passenden Instrument lange angedauert, so sollte sein Aufstieg vom Amateur zum Profi umso schneller erfolgen. Kaum hatte er sich mit dem tiefen Holzblasinstrument angefreundet, spielte er auch schon in verschiedenen Bands und Orchestern. Sein Wissen über Musiktheorie und die richtige Intonation ließ allerdings vorerst zu wünschen übrig. So lange, bis ein einschneidendes Erlebnis alles verändern sollte…
Django Reinhardt gilt als einer der Wegbereiter des europäischen Jazz und als Hauptvertreter des Gypsy. Von anderen Musikern seiner Zeit hob er sich vor allem durch sein einzigartiges Gitarrenspiel ab, das ursprünglich zur Kompensation eines Handicaps diente.
Aus der Not eine Tugend machen – das konnte Django Reinhardt wie kaum ein anderer Jazzmusiker. Als er 1928 in Folge schwerer Verbrennungen seine linke Hand nur noch eingeschränkt bewegen konnte, entwickelte er eine neue Grifftechnik, die es ihm ermöglichte nur mit Zeige- und Mittelfinger zu spielen.
Das Greifen kompletter Akkorde oder gar die Verwendung von Barré-Griffen war Reinhardt mit nur 2 funktionstüchtigen Fingern kaum möglich. Zur Improvisation nutzte er vor allem die Single-Note-Technik, die ihn befähigte ganze Melodielinien mit aufeinanderfolgenden Einzelnoten zu spielen.
Als „The First Lady of Song“ ging Ella Fitzgerald in die Jazzgeschichte ein und verzauberte die Welt mit ihrer einzigartig wandelbaren Stimme. In den 50 Jahren ihrer Karriere machte sie den Scat-Gesang salonfähig, verkaufte über 40 Millionen Platten und erhielt 14 Grammys. Wir zollen der guten alten Ella Tribut.
Ella Fitzgerald erblickte am 25. April 1917 in ärmlichen Verhältnissen in Newport News /Virginia das Licht der Welt. Im Alter von 17 Jahren nahm sie an einem Talentwettbewerb im legendären Apollo Theater in Harlem/NY teil und machte eben diese Bühne zu ihrem Sprungbrett ins Showbusiness. Bandleader Chick Webb , der zum damaligen Zeitpunkt gerade auf der Suche nach einer neuen Sängerin war, stellte die füllige Ella – wenn auch zunächst widerwillig – an und setzte sie einer Bewährungsprobe aus. Sie sollte ihn nicht enttäuschen. Denn die noch vergleichsweise unerfahrene Sängerin wusste schon eines damals sehr wohl zu ihrem Vorteil einzusetzen: ihre Stimme.
“Don’t Worry, Be Happy!” öffnete Bobby McFerrin 1988 die Tore ins internationale Musikbusiness und erhellte die Gemüter seiner Fans. Dank seiner einzigartigen Stimme, die er wie ein Akrobat durch sämtliche Genre und Stile jongliert, zählt er noch heute zur Crème de la Crème der Musikwelt.
Bobby McFerrin ist geboren, um die Welt mit seiner Stimme zu verzaubern. Dem Sohn des ersten afroamerikanischen Opernsängers an der berühmten Metropolitan Opera in New York war sein musikalisches Talent quasi schon in die Wiege gelegt worden. Mit großen Augen und weit aufgesperrten Ohren verfolgte er die Unterrichtsstunden, die sein Vater seinen Gesangsschülern erteilte.
Im Alter von 6 Jahren bekam er erstmals Instrumental-Unterricht, zu Beginn am Klavier, später auch im Flöten- und Klarinettenspiel. Seine Karriere als Musiker startete er zunächst als Instrumentalist, er trat erst mit 27 Jahren auch als Sänger in Erscheinung. Als 1981 der erste Plattenvertrag winkte, nutzte er die Chance und zog sein Ass aus dem Ärmel. Auf seinem selbstbetitelten Debüt-Album beeindruckte er bereits mit der Wandelbarkeit und Flexibilität seiner Stimme. Als wäre es die leichteste Übung der Welt, wechselt er ohne hörbaren Bruch von der tiefen Brust- in die hohe Falsettstimme.
Chick Corea ist wahrlich eine lebende Jazzlegende. Seit etwa 45 Jahren rührt er aktiv im Melting Pot des Jazz herum und denkt gar nicht daran aufzuhören. Er ruht sich nicht auf seinen vergangenen Erfolgen aus, er feiert sie noch heute. Kaum ein anderer alter Jazzhase ist derzeit so produktiv wie er.
Chick Corea wurde die Leidenschaft zur Musik im wahrsten Sinne des Wortes in die Wiege gelegt. Sein Vater, seinerseits selbst Bandleader, zeigte ihm schon im zarten Alter von 4 Jahren die ersten Handgriffe auf dem Klavier und brachte ihm sowohl die klassische Musik als auch zeitgenössische Jazz-Musik näher. Zunächst war es vor allem der Soul Jazz, eine durch eingängige Melodien geprägte langsame Spielart des Funk, die es ihm mächtig angetan hatte. Horace Silver und Bud Powell gehörten zu den Vorbildern des jungen Chick Corea, der erste Gigs spielte und 1966 schließlich seine erste Soloplatte mit dem Titel „Tones for Joan’s Bones“ auf den Markt brachte. Diese sollte ihm allerdings noch nicht den erwünschten Erfolg bescheren.
Spätestens seit dem Eurovision Song Contest mit „Frauen regier’n die Welt“ oder der Sendung „Hit-Giganten“ kennt man den lässigen Jazzsänger mit seiner Bigband unter Lutz Krajenski und seinen witzig-ironischen Texten von Frank Ramond. Das aktuelle Album „Artgerecht“ stieg gleich auf Platz zwei ein.
Roger Cicero ist es als „One-Man-Boygroup“ gelungen, den Swing und Jazz zurück nach Deutschland zu holen. Er bedient eine Sparte, die nur so auf ihn gewartet zu haben scheint: Bigband-Sound, smarter Frauenschwarm, lustige, tiefsinnige bis romantische Texte und eine Stimme, die so variieren kann, dass sie sowohl die große Masse wie auch den kleinen feinen Jazzkenner-Kreis anspricht.
Unvergessen bleibt Miles Davis’ Interpretation von “Time after time” und die Spontaneität des Jazztrompeters auf dem meistverkauften Jazzalbum überhaupt: “Kind of Blue”. Ob im Quintett für das modale Milestones-Album oder als Solist an der Seite anderer Jazzlegenden, sind seine Songs nicht “all blues”, aber doch “kind of blue”.
Wenn im Radio eine coole Trompete mit einer bluesigen Note jazzt, dann ist das kein anderer als der Jazztrompeter, Flügelhornist und Komponist Miles Dewey Davis. Der 1991 verstorbene US-amerikanische Musiker hat den Jazz eingängig geprägt und ihm immer wieder neue Gesichter entlockt.