Cool Jazz: eisgekühlt und kunstvoll angerichtet

Kategorie: Rund um den Jazz // Geschrieben von Christin

Cool Jazz ist, wie der Name schon sagt, einer der kühlsten oder auch introvertiertesten unter den Stilen des Jazz. Er entwickelte sich Ende der 1940er Jahre aus dem Bebop und verstand sich in erster Linie als Kunstmusik.

Cool Jazz heißt so viel wie kühler oder introvertierter Jazz, ist deswegen aber keinesfalls kalt oder gar emotionslos. Er ist schlicht und einfach entspannter, zurückhaltender und dennoch komplexer als seine Vorgänger. Er entwickelte sich aus dem ohnehin vergleichsweise vielschichtigen Bebop und wurde stark beeinflusst durch die europäische E-Musik-Tradition.

Der Cool Jazz und seine Interpreten

Die Interpreten dieses eher introvertierten Jazzstiles waren zum Großteil professionell ausgebildete, meist studierte Musiker, die sich und ihre Musik sehr ernst nahmen. Jazz bedeutet für sie vor allem ernsthafte Musikausübung und weniger bloße Unterhaltung zu Tanz oder Festivitäten. Oftmals wird der Cool Jazz daher auch als konzertanter Jazz bezeichnet. Die Arrangements wurden zunehmend vielschichtiger und anspruchsvoller, die Form für den Laien schwer nachvollziehbar. Der Cool Jazz war außerdem durch ausgedehnte Melodiebögen und zumeist gemäßigte Tempi gekennzeichnet.

Zu den wohl bekanntesten Musikern, die unter anderem dem Cool Jazz zugeordnet werden, zählen Trompeter-Legende Miles Davis, die Pianisten Lennie Tristano und Dave Brubeck sowie die Saxophonisten Lee Konitz und Gerry Mulligan.

Miles Davis‘ „Birth Of The Cool“

Das Album “Birth Of The Cool” des Jazztrompeters Miles Davis markiert den Übergang des Bebop zum Cool Jazz. Das in den Jahren 1949 und 1950 mit dem Capitol Orchestra eingespielte Album, wurde erst im Jahre 1957 vollständig unter dem Namen „Birth Of The Cool“ veröffentlicht.

Miles Davis arbeitete auf diesem Werk erstmals mit einer veränderten klanglichen Ästhetik. Ähnelte sein Trompetenspiel auf den Vorgängerplatten noch dem eher nervösen Stil des frühen Dizzy Gillespie, so mäßigte er sich nun in Tongebung und im Einsatz von Vibrato und emanzipierte ein entspanntes, introvertiertes Klangideal. Häufig verwendete er zum Erreichen eben dieses einzigartigen Sounds einen speziellen Dämpfer, der seine Trompete nahezu flüstern ließ.

Verwandte Artikel

Kommentar schreiben
Name

E-Mail (wird nicht veröffentlicht)

Webseite (optional)

Nachricht