Hard Bop: Schwarz, ohne Milch und Zucker!
Der Hard Bop entwickelte sich Mitte der 50er Jahre als Gegenstück zum eher introvertierten Cool Jazz aus dem Bebop. Härter, temperamentvoller, aber zugleich ein wenig reduzierter als sein Vorgänger zeigte er sich hörbar von Blues- und Soulelementen beeinflusst.
Während sich der Cool Jazz Ende der 1940er Jahre als eher avantgardistische Variante des Bebop entwickelte, entstand ein wenig später (Mitte der 50er) der Hard Bop vornehmlich unter der Federführung afroamerikanischer Musiker. Elemente aus Soul und Blues hauchten dem Bebop neues Leben ein und verursachten den (wortwörtlich) härteren Klang des Hard Bop. Als Gegenstück zur introvertierten Spielart des Cool Jazz wirkte der Hard Bop deutlich animalischer, gleichsam unterhaltsamer und attraktiver für zahlendes Publikum. Was nicht heißen soll, dass Hard Bop als „leichte Kost“ zu gelten hat.
Hard Bop und seine Wesensmerkmale
Salopp gesprochen lässt sich der Hard Bop hervorragend mit einem starken, schwarzen Kaffee vergleichen. Im Geschmack hart und ungestüm bringt er einen nicht nur morgens ordentlich auf Trab. Er kommt ohne Milch und Zucker aus, keine Weichmacher, aber auch keine überflüssigen Extras. Im Vergleich zum Bebop arbeitet er zwar mit ähnlich virtuos instrumentalen Passagen, kommt aber in Melodie und Harmonie ein wenig vereinfacht und deutlich schlichter daher.
Dies zeigt sich einerseits in der Verwendung der Quartenharmonik, andererseits im deutlich reduzierten Tempo. Wirkte der Bebop häufig nahezu rasend, kommt der Hard Bop in dieser Beziehung deutlich zurückgenommener daher. Weniger zurückhaltend zeigen sich die Instrumente vor allem in der Artikulation. Die vornehmlich afroamerikanischen ausführenden Musiker besannen sich stärker auf ihre Wurzeln. Sie brachten Soul- und Blueselemente in den Jazz und machten ihn ein Stück weit „schmutziger“, aggressiver. Als Konsequenz daraus entwickelte sich letztendlich der Soul Jazz als eine Unterart des Funk.
Art Blakey als typischer Vertreter des Hard Bop
Art Blakeys Karriere liest sich wie ein Märchen. Aus einfachsten Verhältnissen entstammend war er zunächst im Bergbau tätig, übte sich als Autodidakt im Klavierspiel, bis er schließlich das Schlagzeug für sich entdeckte und in den 40ern in Bands von Fletcher Henderson und Mary Lou Williams trommelte. Nachdem Horace Silver nach einem Jahr die gemeinsam gegründete Band „The Jazz Messengers“ verließ, blieb die Band bestehen und wurde zu seiner eigenen.
Das Album „Moanin‘“ und der dazugehörige Titelsong sind Paradebeispiele des Hard Bop. 1958 zusammen mit seinen Jazz Messengers aufgenommen spiegelt es genau die oben beschriebene funky Spielart, die den Hard Bop ausmacht.
Weitere wichtige Vertreter des Hard Bop
Neben Art Blakey gelten auch sein einstiger Bandkollege Horace Silver und die Jazzsaxophonisten Sonny Rollins („Saxophone Colossus“) und John Coltrane („Blue Train“) als wichtige Vertreter des Hard Bop. Auch Cannonball Adderley, der zusammen mit Miles Davis an der Trompete im Jahr 1958 sein Album „Somethin‘ Else“ aufnahm, wird zu den Meilensteinen des Hard Bop gezählt.
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