Instrumentenkunde Teil 1: Das Saxophon
Das Saxophon scheint wie kaum ein anderes Instrument mit dem Jazz verheiratet zu sein. Seine Wandelbarkeit vom tiefen, warmen bis hin zum schrill coolen Klang harmoniert perfekt mit der Vielschichtigkeit, die der Jazzmusik seit jeher eigen ist.
Das Saxophon wurde 1840 von seinem Namensgeber Adolphe Sax entwickelt und ursprünglich sowohl für Sinfonieorchester als auch für den Gebrauch im Bereich der Marschmusik konzipiert. Während es im Sinfonieorchester nie einen festen Platz ergattern konnte, hat das Saxophon im Jazz seinen Siegeszug angetreten und ist beispielsweise aus der klassischen Big Band kaum mehr wegzudenken.
Musikgrößen wie Charlie Parker, John Coltrane, Stan Getz, Lester Young oder Coleman Hawkins machten das Saxophon zu ihrem treuen Begleiter. Noch heute geben Genrestars wie Branford Marsalis, Sonny Rollins, Ornette Coleman oder Joshua Redman ihr Instrument nur ungern aus der Hand und begeistern ein Millionenpublikum mit ihrer „Kanne“. Wir beleuchten die Faszination Saxophon systematisch und decken auf, wie sein unnachahmlicher Klang zustande kommt.
Das Saxophon – Blechblasinstrument oder Holzblasinstrument?
Anders als sein äußeres Erscheinungsbild es vielleicht vermuten lässt, handelt es sich beim Saxophon nicht um ein Blechblasinstrument, sondern um ein Holzblasinstrument, wie auch die Blockflöte eines ist. Die Benennung leitet sich nämlich weniger von dem Material ab, aus dem es äußerlich besteht, als viel mehr von der Beschaffenheit des Mundstückes und des darin befindlichen Tonerzeugers. Da das Saxophon seinen typischen Klang durch ein im Mundstück verbautes, schwingendes Rohrblatt erhält, zählt es ganz klar zur Gruppe der Holzblasinstrumente.
Die verschiedenen Stimmlagen des Saxophons
Je nach Stimmlage unterscheiden sich Saxophone in Bau und Klang mal mehr, mal weniger gravierend. Die Standard-Einteilung der Instrumentenfamilie erfolgt in Anlehnung an die Stimmlagen eines Chores. Sopran, Alt, Tenor und Bass – von hoch nach tief, von klein nach groß.
Das Sopran-Saxophon verfügt gegenüber seinen tieferen Verwandten meist über ein schon äußerlich abweichendes Merkmal. Es wird oft statt mit gebogenem Korpus in einer geraden Bauform vertrieben.
Um noch extremere Tonbereiche in der Höhe oder der Tiefe zu erreichen, hat man die Instrumentenfamilie sowohl nach oben als auch nach unten ausgebaut. So gibt es außer den Standardstimmlagen im hohen Bereich noch das Sopranino, das (je nach Stimmung) ein as3 bzw. b3 erreichen kann. Das kleinste verfügbare Saxophon wurde Anfang des 21. Jh. von Benedikt Eppelsheim eingeführt. Es trägt den Namen Soprillo, ist gerade mal 30cm lang und erklimmt Höhen bis zum e4.
In der Tiefe hat sich zwischen Tenor und Bass das Bariton-Saxophon etabliert. Unter dem Bass-Sax gibt es noch Kontrabass-Sax und Subkontrabass-Sax. Der Subkontrabass (auch Tubax genannt) erklingt genau eine Oktave tiefer als der Bass und besitzt eine gebogene Schallröhre von über 4 Metern Länge. Sowohl klanglich als auch äußerlich ein wahrer Koloss!
