Instrumentenkunde Teil 2: Der Kontrabass

Kategorie: Rund um den Jazz // Geschrieben von Christin

Der Kontrabass ist ein sehr vielseitig einsetzbares Saiteninstrument, das sowohl im Sinfonieorchester als auch in Jazz- und Rock’n’Roll-Ensembles zum Einsatz kommt und entweder gestrichen oder gezupft werden kann.

Als tiefstes, größtes und wohl imposantestes Instrument der Streicherfamilie hat sich der Kontrabass sowohl in der E-Musik, als auch in der U-Musik einen festen Platz erspielt. Im klassischen Sinfonieorchester ist er genauso ständiger Bestandteil, wie in zahlreichen Jazz-Ensembles und Rockabilly bzw. Rock’n’Roll Bands. Seinen Namen erhält er von der tiefen Kontraoktave, die noch unter der Großen Oktave angesiedelt ist.

Dem Charme des imposanten Saiteninstrumentes verfallen sind unter anderem berühmte Jazz-Musiker wie der bereits verstorbene Charles Mingus, der mit Louis Armstrong und Benny Goodman auf der Bühne stand und die noch unter uns weilenden Dave Holland, Charlie Haden und Ron Carter, der unter anderem als Mitglied des Miles-Davis-Quintetts agierte.

Bau des Kontrabasses

Der Kontrabass besteht grundsätzlich aus einem Korpus aus Holz, der als Klangkörper dient und mit f-förmigen Schalllöchern versehen ist. Er besitzt einen Hals, auf dem das (im Gegensatz zur Gitarre) bundlose Griffbrett sitzt. Dieses ist mit 4 Saiten bespannt, die im Abstand von Quarten (E, A, D, G) gestimmt sind. Mittels der Wirbel die links und rechts unter der Schnecke am Ende des Halses angebracht sind, werden die Saiten so gespannt, dass sich eine saubere Stimmung ergibt.

Spieltechniken: Den Kontrabass zum Klingen bringen

Um den Kontrabass zum Klingen zu bringen, hält man ihn sitzend oder stehend in beiden Armen, Rechtshänder platzieren die linke Hand am Hals des Instrumentes und die rechte Hand im unteren Teil des Griffbrettes. Die linke Hand bestimmt je nach Positionierung die Tonhöhe, die erklingt, während die rechte Hand für die eigentliche Tonerzeugung und die Artikulation sorgt.

Arco – Spiel mit dem Bogen

Mit dem italienischen Begriff „arco“ wird das Spiel mit dem Streichbogen bezeichnet, bei dem die Saiten des Kontrabasses durch einen mit Pferdehaar bespannten Holzstab in Schwingung versetzt werden. Die Anwendung verschiedener sogenannter Stricharten verändert den Klangcharakter des dabei entstehenden Tones. So erreicht man beispielsweise mit dem Legato-Spiel einen gebundenen Klang, der den Bogenwechsel kaum erahnen lässt. Beim Staccato-Spiel (zuweilen auch als Détaché bezeichnet) werden einzelne Töne hingegen klar voneinander abgesetzt.

Pizzicato – Zupfen der Saiten

Pizzicato kommt vom italienischen pizzicare, was so viel bedeutet wie picken oder zupfen. Dementsprechend werden beim Pizzicato-Spiel auf dem Kontrabass keine Hilfsmittel verwendet (mit Ausnahme der eigenen Finger), um die Saiten des Instrumentes in Schwingung zu versetzen.

Slap – Anschlagen der Saiten

Die Slaptechnik, die sich als neues spieltechnisches Mittel erst um etwa 1910 entwickelt hat, findet auch auf dem E-Bass häufig Verwendung. Hier werden die Saiten vielmehr angeschlagen oder hart angerissen als gezupft. Auf dem E-Bass wird häufig der Daumen zum Slappen benutzt, der die Saiten anschlägt. Auf dem Kontrabass besteht die Slaptechnik meist darin, mit geschlossenen Fingern die Saite vom Griffbrett wegzureißen, um sie anschließend auf eben dieses aufschlagen zu lassen.

Literaturtipp: „Der Kontrabass“ von Patrick Süskind

Ein Muss für jeden Kontrabassisten, Musikliebhaber und Sprachjongleur: „Der Kontrabass“ von Patrick Süskind. Im Buch führt der alleinige Protagonist, ein Kontrabassist, einen Monolog über seinen geliebten wie gehassten Kontrabass. Er erzählt vom Instrument, das Freund und Feind zugleich darstellt und vom Segen zum Fluch mutiert. Mit dem Kontrabass verheiratet!? – So hat sich vielleicht auch der ein oder andere Kontrabassist schon einmal gefühlt… Prädikat: wertvoll!

“Ein Kontrabass ist mehr, wie soll ich sagen, ein Hindernis als ein Instrument. Den können Sie nicht tragen, den müssen Sie schleppen… In der Wohnung steht er immer so blöd herum.” (Zitat aus „Der Kontrabass“ von Patrick Süskind)

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Micha schreibt
am 13. September 2011 um 20:38 Uhr

Super, endlich ein interessanter Artikel, mein Dank. Muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Generell finde ich diesen Blog gut zu lesen.

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