Instrumentenkunde Teil 4: Die Violine im Jazz

Kategorie: Rund um den Jazz // Geschrieben von Christin

Dass die Violine, die seit jeher einen festen Platz in Kammer- und Sinfonieorchestern für sich in Anspruch nimmt, auch in der Jazzmusik ihren Siegeszug antrat, haben wir nicht zuletzt einem ihrer Interpreten zu verdanken: Stéphane Grappelli.

Die Violine ist das kleinste und höchste der uns bekannten Streichinstrumente. Sie besteht grundsätzlich aus einem hölzernen Korpus, der als Resonanzkörper dient, einem Hals, auf dem das Griffbrett angebracht ist und vier darauf aufgezogenen Saiten, die in der Regel mittels sogenannter Wirbel im Quintabstand (g-d-a-e) gestimmt werden.

Spielweise der Violine

Die Violine wird meist mit dem Bogen gestrichen, z.T. aber auch mit den Fingern gezupft. Durch das Streichen der Saiten mit dem Bogen, der mit Rosshaar bespannt und Kolophonium präpariert ist, entsteht eine Art Haftreibung, die den typischen schleifenden Klang einer Geige erzeugt. Durch Variation der Strichart (Détaché, Staccato, Tenuto, Legato, Pizzicato etc.) können unterschiedliche Effekte und Klangcharakteristika hervorgebracht werden.

Mit den Fingern der linken Hand wird durch Niederdrücken der Saiten an der richtigen Stelle die Tonhöhe bestimmt. Anders als bei der Gitarre ist das Griffbrett der Violine bundlos, d.h. der Spieler muss die richtige Tonhöhe selbst finden und hat keinerlei optische Orientierungspunkte.

Die Jazzvioline: Wie Grapelli die Geige mit dem Jazz verheiratete

Zugegeben: zur Standard-Jazzbesetzung gehörte die Violine weder damals, noch tut sie dies heute. In einer Big Band oder einer Bläserkombo würde der filigrane Klang der Geige wohl zweifellos untergehen. Trotzdem bahnte sie sich ihren Weg von der klassischen Musik in die moderne Unterhaltungsmusik und trat vor allem in kleineren Instrumental-Ensembles ihren Siegeszug an.

Dass man beispielsweise auch heute noch Jazz-Formationen mit Violine als Grappelli-Trio o.ä. bezeichnet, geht auf das Konto des französischen Violinisten Stéphane Grappelli, der im Jahr 1933 zusammen mit Gitarrist Django Reinhardt das „Quintette du Hot Club de France“ gründete. Er machte die Violine im ersten ausschließlich aus Saiteninstrumenten bestehenden Jazzensemble salonfähig und rief vier Jahre darauf gar ein nur aus Violinen bestehendes Trio zusammen mit Eddie South und Michel Warlop ins Leben.

Berühmte Violinisten im Jazz

Neben Stéphane Grappelli bemühten sich auch andere Violinisten darum, den Einzug der Geige in die Jazzmusik zu forcieren. So z.B. Joe Venuti, Leon Abbey, der soeben bereits genannte Eddie South und später auch Musiker wie Jean Luc Ponty, Zbigniew Seifert und Didier Lockwood.

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