Rebekka Bakken veröffentlicht neues Album „September“ am 16.09.2011
Zwei Jahre ist es her, dass Rebekka Bakken ihr letzte Album „Morning Hours“ veröffentlichte. Bald wird nun das mittlerweile 5. Soloalbum der norwegischen Sängerin erscheinen, das den Titel „September“ trägt und von Liebe, Leben und Leid erzählt.

Mit „September“ erscheint am 16.09.2011 das neue Album der Jazz-Sängerin, die eigentlich gar keine Jazz-Sängerin sein möchte. In zahlreichen Interviews beteuerte Rebekka Bakken, dass sie weder Standards noch Scat singen könne und sich deshalb auch nicht dem Genre des Jazz zugehörig fühle. Nicht abzustreiten sind allerdings die deutlichen Spuren, die die Beschäftigung mit Jazz und die Zusammenarbeit mit Jazzmusikern wie Pianistin Julia Hülsmann oder Gitarrist Wolfgang Muthspiel in ihrem Songwriting hinterlassen haben, was wohl den Ausschlag dafür geben mag, dass ihr auch heute noch das Label „Jazz-Sängerin“ anhaftet.
Sicher: Rebekka Bakken ist weder eine Ella Fitzgerald noch eine Billie Holiday. Trotzdem weiß sie sich mit ihren emotionalen Songs und einer eindrucksvollen Stimme Gehör zu verschaffen. Dies beweist sie ein ums andere Mal mit ihren ausdrucksstarken Alben, jüngst mit ihrer Platte „September“.
Rebekka Bakken: „September“
Der September markiert den Anfang vom Ende. Nein, nicht das Ende Rebekka Bakkens Karriere, sondern den Anfang vom Ende eines jeden Jahres und schlussendlich auch den Anfang vom Ende des Lebens. 12 Songs über Leben, Liebe, Lust und Leid finden sich auf dem neuesten Werk der skandinavischen Sängerin wieder. Genährt von Country- und Folk-Einflüssen stellen sie die Weiterführung ihrer „amerikanischen Serie“ dar, die sie bereits auf vormaligen Alben begann.
„September“ entstand in Zusammenarbeit mit Malcolm Burn in Kingston, New York. Der erfahrene Produzent, er bereits in Projekten mit Bob Dylan und Emmylou Harris glänzte, half ihr ihre Vorstellungen in die Realität umzusetzen und neben 9 Songs aus eigener Feder auch 3 Coversongs von Bruce Springsteen, Jane Siberry und Alphaville auf Platte zu bannen.
Ein Aspekt des neuen Albums scheint so ungewöhnlich neu, dass nicht nur die Künstlerin selbst sich darüber überrascht zeigt. Auch ihre Fans werden sicher nicht damit gerechnet haben Rebekka einmal auf dem Klavier zu erleben. Das Instrument, das sonst hauptsächlich dazu dient, neuen Songs Leben einzuhauchen und sie aufs Papier zu bringen, hat sie scheinbar so sehr in seinen Bann gezogen, dass sie nun erstmals auch Piano-Passagen für ein Album selbst eingespielt hat.
Von Verlust, Selbstzweifel und neuem Mut
Dass das Album zum Großteil mit melancholischem Unterton daherkommt, liegt nicht zuletzt daran, dass Rebekka Bakken im vergangenen Jahr einen herben Verlust hinnehmen musste. Ihr geliebter Vater, um den sie sich bis zu seinem Tod rührend kümmerte, zeigte ihr, was es heißt das Leben zu schätzen und wie vergänglich die Dinge doch sind.
Schien sie kurz nach seinem Ableben den Glauben an sich selbst und ihre Musik verloren zu haben, so schenkte ihr ein Konzert einige Wochen später wieder neuen Mut. Aus den Augen des Publikums, das sich von ihrer Musik gleichermaßen ergriffen und verzaubert zeigte, blitzte ihr ein derartiges Wohlwollen entgegen, dass sie sich besann und einsehen musste, welch Relevanz und Kraft ihre Musik doch hat.
Rebekka Bakken: bescheidene Künstlerin mit natürlicher Gabe
Rebekka Bakken sieht ihre Musik nahezu als eine Selbstverständlichkeit. Ohne große Anstrengung oder Mühe, scheinen die Ideen und Töne für ihre Songs einfach so aus ihr herauszusprudeln. Eine natürliche Gabe, die sie selbst vielleicht gar nicht recht zu schätzen weiß. So wünscht sie sich auch, dass um ihre Musik nicht allzu viel Aufhebens gemacht wird, dass man sie nicht analysiert und zerstückelt, sondern ihr einfach nur folgt und sich daran erlabt. Wir wollen ihr den Wunsch erfüllen und lauschen andächtig dem nahenden „September“…
„Ich brauche die Musik mehr als sie mich braucht.“ (Zitat: Rebekka Bakken)