Roger Cicero: Swing und Jazz aus Deutschland

Kategorie: Berühmte Musiker // Geschrieben von Albert

Spätestens seit dem Eurovision Song Contest mit „Frauen regier’n die Welt“ oder der Sendung „Hit-Giganten“ kennt man den lässigen Jazzsänger mit seiner Bigband unter Lutz Krajenski und seinen witzig-ironischen Texten von Frank Ramond. Das aktuelle Album „Artgerecht“ stieg gleich auf Platz zwei ein.

Roger Cicero ist es als „One-Man-Boygroup“ gelungen, den Swing und Jazz zurück nach Deutschland zu holen. Er bedient eine Sparte, die nur so auf ihn gewartet zu haben scheint: Bigband-Sound, smarter Frauenschwarm, lustige, tiefsinnige bis romantische Texte und eine Stimme, die so variieren kann, dass sie sowohl die große Masse wie auch den kleinen feinen Jazzkenner-Kreis anspricht.
Seit Roger Cicero mit seinem typischen Blues-Brothers-Hütchen Papa geworden ist, ist es tourmäßig etwas ruhiger um ihn geworden. Dennoch produzierte er voller Tatkraft das aktuelle Album „Artgerecht“, dass sich ganze 41 Wochen auf Platz zwei der deutschen Album-Charts gehalten hat. Sein Debüt-Solo-Album „Männersachen“ verkaufte sich über eine Million mal.

Aus den Fußstapfen getreten

Roger Cicero ist heute seinem Vater, dem berühmten Jazz-Pianisten Eugen Cicero, aus dem Schatten getreten. Doch bis dahin war es nicht immer ein leichter Weg. Als Sohn eines Pianisten und einer Tänzerin war seine künstlerische Berufung bereits bestimmt.

Schon mit 16 Jahren hatte er mit dem berühmten RIAS-Tanzorchester unter Leitung von Horst Jankowski, mit dem auch Max Raabe bekannt wurde, seinen ersten Fernsehauftritt. Cicero wurde in Gesang, Klavier und Gitarre am Hohner-Konservatorium in Trossingen ausgebildet, bevor er mit dem Horst-Jankowski-Trio, dem Bundesjugendjazzorchester und seinem Vater auftrat.

Um den zu tiefen Fußstapfen seines berühmten Vaters zu entfliehen, studierte er Jazzgesang an der Amsterdamer Hochschule der Künste. Anschließende Gastengagements unter anderem auf dem Montreux Jazz Festival führten schließlich 2006 zum fünfach mit gold ausgezeichneten Debütalbum „Männersachen“.

Der Roger Cicero Sound

Die Zusammenarbeit von Frank Ramond, der auch als Texter für Annett Louisan schreibt, dem Produzenten Matthias Haß, dem Pianisten und musikalischen Leiter der Roger-Cicero-Band Lutz Krajenski und eben dem smarten Vollblutmusikers Cicero, der die Lässigkeit für sich gebucht zu haben scheint, hat eine einzigartige Mischung zum Ergebnis.

Auch den legendären Jazz-Saxophonisten Ulli Orth konnte Cicero neben zehn anderen Spitzenmusikern für seine Roger-Cicero-Band gewinnen. Der einzige Coversong im Repertoire ist eine deutsche Adaption Frank Sinatras „Fly me to the moon“ – „Schieß mich doch zum Mond“.

Die äußerst erfolgreichen Alben bieten einige Facetten: Von bezaubernden Balladen wie „Ich atme ein“ oder „Wovon träumst du nachts“ über satirisch-ironische Jazzsongs und Gassenhauer wie „Zieh die Schuh aus“ oder „Frauen regier’n die Welt“ bis zu groovigen Jazz-Pop-Titeln wie „Nicht artgerecht“. Liveauftritte Ciceros sind gute Unterhaltung und ein rundes Gesamtkunstwerk.

Weitere Projekte

Roger Cicero hat das Image des Frauenverstehers, der für die Männer eintritt. Er ist seinem Stil treu geblieben und trotz des rasanten Erfolges auf dem Boden geblieben. Cicero ist aber nicht nur Jazzmusiker und erfolgreicher Sänger, sondern er spielte bereits an der Seite der Schauspielerin Heike Makatsch im Hilde-Knef-Film „Hilde“ und sprach die Synchronstimme des Protagonisten-Prinzen in „Küss den Frosch“ 2009. Seit November 2010 moderiert Cicero die Show „Die Hit-Giganten“ (Sat.1) und ist Vollzeitpapa des kleinen Louis.

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