Swing – Ära der Big Band
Swing ist eine Stilrichtung des Jazz, die sich in der Mitte der 20er Jahre entwickelte und von 1935 bis 1945 ihre Blütezeit erlebte. Auch heute noch gilt er als der populärste aller Jazzstile. Woran das liegt, soll hier geklärt werden.
Jazz war zwar schon immer im Grunde Unterhaltungsmusik, aber nicht immer auch leichte Kost für den Otto-Normal-Verbraucher. Die Komplexität des Bebop, die kühle Haltung des Cool Jazz oder die Freiheiten in der Improvisation des Free Jazz überfordern den ein oder anderen Hörer derartig, dass man heutzutage dazu neigt, diese anspruchsvollen Formen des Jazz sogar der E-Musik zuzuordnen. Beim Swing war und ist das anders. Die Popularität dieses Jazzstiles fußt nicht zuletzt in der vergleichsweise einfach verständlichen Spielart und im wirkungsvollen Auftreten der groß besetzten Big Bands. In der Swing-Ära entwickelte sich nicht ohne Grund eine ausgeprägte Tanzkultur.
Swing und Big Band
Mit der Entstehung der Big Band ergaben sich für den Swing ganz neue klangliche und spieltechnische Möglichkeiten des Jazz. Waren bis dahin maximal Oktetts (also 8 Instrumentalisten in einer Gruppe) üblich, umfasste die Standard-Besetzung einer Bigband etwa 18 Instrumentalisten.
Besetzung einer Big Band
Eingeteilt wird die Band üblicherweise in 3 Sektionen: Holzbläser, Blechbläser und Rhythmusgruppe. Zu den Holzbläsern zählt das Saxophon in seinen unterschiedlichen Tonlagen (Baritonsax, Tenorsax und Altsax) , zu den Blechbläsern Trompete und Posaune. Die Rhythmusgruppe setzt sich meist aus Klavier, Schlagzeug und Bass zusammen, ab und an tritt auch die Gitarre hinzu. Das eine solch energiereiche und massige Besetzung ein großes Publikum anzieht, versteht sich von selbst.
Bekannte Big Bands
Als Urvater der Big Band gilt der Pianist Fletcher Henderson, der erstmals mit einer großen Bläserbesetzung experimentierte. Im Laufe der 1920er, 30er und 40er Jahre folgten ihm zahlreiche Bandleader. Als die erfolgreichsten Big Bands seien hier diejenigen um Count Basie, Duke Ellington, Benny Goodman und Chick Webb genannt.