Charlie Parker ist nicht einmal 35 Jahre alt geworden. Nichtsdestotrotz gilt er als eine der wohl schillerndsten Persönlichkeiten im Jazzbusiness der 40er Jahre und als Schöpfer des Bebop. Sein einzigartiger Umgang mit dem Saxophon bescherte ihm den Spitznamen Bird.
Charlie Parker gehört nicht in die Riege der Wunderkinder, die mit 5 Jahren die Liebe zu ihrem Instrument entdecken und mit 8 das erste Mal auf großen Bühnen stehen. Charlie Parker interessierte sich in seiner Schulzeit zwar bereits für Blasmusik und spielte gar in einem Orchester das Tenorhorn, seine Leidenschaft für das Saxophon, mit dem er später in die Geschichte eingehen sollte, entdeckte er allerdings erst im Alter von 17 Jahren.
Charlie Parker: Vom Autodidakten zum Profi
Hatte die Suche nach dem passenden Instrument lange angedauert, so sollte sein Aufstieg vom Amateur zum Profi umso schneller erfolgen. Kaum hatte er sich mit dem tiefen Holzblasinstrument angefreundet, spielte er auch schon in verschiedenen Bands und Orchestern. Sein Wissen über Musiktheorie und die richtige Intonation ließ allerdings vorerst zu wünschen übrig. So lange, bis ein einschneidendes Erlebnis alles verändern sollte…
Django Reinhardt gilt als einer der Wegbereiter des europäischen Jazz und als Hauptvertreter des Gypsy. Von anderen Musikern seiner Zeit hob er sich vor allem durch sein einzigartiges Gitarrenspiel ab, das ursprünglich zur Kompensation eines Handicaps diente.
Aus der Not eine Tugend machen – das konnte Django Reinhardt wie kaum ein anderer Jazzmusiker. Als er 1928 in Folge schwerer Verbrennungen seine linke Hand nur noch eingeschränkt bewegen konnte, entwickelte er eine neue Grifftechnik, die es ihm ermöglichte nur mit Zeige- und Mittelfinger zu spielen.
Das Greifen kompletter Akkorde oder gar die Verwendung von Barré-Griffen war Reinhardt mit nur 2 funktionstüchtigen Fingern kaum möglich. Zur Improvisation nutzte er vor allem die Single-Note-Technik, die ihn befähigte ganze Melodielinien mit aufeinanderfolgenden Einzelnoten zu spielen.
Der Hard Bop entwickelte sich Mitte der 50er Jahre als Gegenstück zum eher introvertierten Cool Jazz aus dem Bebop. Härter, temperamentvoller, aber zugleich ein wenig reduzierter als sein Vorgänger zeigte er sich hörbar von Blues- und Soulelementen beeinflusst.
Während sich der Cool Jazz Ende der 1940er Jahre als eher avantgardistische Variante des Bebop entwickelte, entstand ein wenig später (Mitte der 50er) der Hard Bop vornehmlich unter der Federführung afroamerikanischer Musiker. Elemente aus Soul und Blues hauchten dem Bebop neues Leben ein und verursachten den (wortwörtlich) härteren Klang des Hard Bop. Als Gegenstück zur introvertierten Spielart des Cool Jazz wirkte der Hard Bop deutlich animalischer, gleichsam unterhaltsamer und attraktiver für zahlendes Publikum. Was nicht heißen soll, dass Hard Bop als „leichte Kost“ zu gelten hat.
Cool Jazz ist, wie der Name schon sagt, einer der kühlsten oder auch introvertiertesten unter den Stilen des Jazz. Er entwickelte sich Ende der 1940er Jahre aus dem Bebop und verstand sich in erster Linie als Kunstmusik.
Cool Jazz heißt so viel wie kühler oder introvertierter Jazz, ist deswegen aber keinesfalls kalt oder gar emotionslos. Er ist schlicht und einfach entspannter, zurückhaltender und dennoch komplexer als seine Vorgänger. Er entwickelte sich aus dem ohnehin vergleichsweise vielschichtigen Bebop und wurde stark beeinflusst durch die europäische E-Musik-Tradition.
Unvergessen bleibt Miles Davis’ Interpretation von “Time after time” und die Spontaneität des Jazztrompeters auf dem meistverkauften Jazzalbum überhaupt: “Kind of Blue”. Ob im Quintett für das modale Milestones-Album oder als Solist an der Seite anderer Jazzlegenden, sind seine Songs nicht “all blues”, aber doch “kind of blue”.
Wenn im Radio eine coole Trompete mit einer bluesigen Note jazzt, dann ist das kein anderer als der Jazztrompeter, Flügelhornist und Komponist Miles Dewey Davis. Der 1991 verstorbene US-amerikanische Musiker hat den Jazz eingängig geprägt und ihm immer wieder neue Gesichter entlockt.
Latin Jazz ist eine Art des Modern Jazz, die sich um 1947 aus der Verschmelzung von Jazztradition und lateinamerikanischen Elementen ergab. Seine Beliebtheit verdankt er vor allem den zackigen kubanischen Rhythmen, die selbst Tanzmuffel in Bewegung versetzen.
Als der kubanische Klarinettist Mario Bauzá in den 1940er Jahren auf den großen Dizzy Gillespie traf, muss sich das wie ein Feuerwerk der Leidenschaft angefühlt haben. Die komplexen, musikalischen Strukturen des Bebop begegneten den heißen kubanischen Rhythmen, die Bauzá aus seiner Heimatstadt Havanna mit nach New York brachte, und vereinigten sich im so genannten Cubop, einer frühen Form des Latin Jazz. Bestes Beispiel für den Charme, den dieser Stil versprühte ist „A Night in Tunesia“ in der Version von Mario Bauzá.
Bebop ist eine in den 1940er Jahren entstandene Stilrichtung des Jazz, die sich von seinem Vorgänger, dem Swing, hauptsächlich in Komplexität und Besetzung unterscheidet. Rasende Tempi und ausufernde Soloimprovisationen waren dabei keine Seltenheit.
Als in den 1940er Jahren die Mittel des Swing allmählich ausgeschöpft waren und der Erfolg vieler Big Bands kaum mehr zu übertreffen schienen, war die Stunde gekommen. Die Geburtsstunde des Bebop. Jungemotivierte Musiker trafen sich vornehmlich in der Gegend um Harlem, um in gemeinsamen Jamsessions dem Jazz neuen Auftrieb zu geben.
Unter den Kreativen befanden sich schillernde Persönlichkeiten wie Charlie Parker, Dizzy Gillespie und Thelonious Monk. Der primäre Unterhaltungscharakter der Big Band war den selbstbewussten jungen Musikern zu bieder geworden. Sie wollten anspruchsvollere Musik machen, die kunstvoller und deutlich komplexer daher kam als die Musik der Vorjahre.
Swing ist eine Stilrichtung des Jazz, die sich in der Mitte der 20er Jahre entwickelte und von 1935 bis 1945 ihre Blütezeit erlebte. Auch heute noch gilt er als der populärste aller Jazzstile. Woran das liegt, soll hier geklärt werden.
Jazz war zwar schon immer im Grunde Unterhaltungsmusik, aber nicht immer auch leichte Kost für den Otto-Normal-Verbraucher. Die Komplexität des Bebop, die kühle Haltung des Cool Jazz oder die Freiheiten in der Improvisation des Free Jazz überfordern den ein oder anderen Hörer derartig, dass man heutzutage dazu neigt, diese anspruchsvollen Formen des Jazz sogar der E-Musik zuzuordnen. Beim Swing war und ist das anders. Die Popularität dieses Jazzstiles fußt nicht zuletzt in der vergleichsweise einfach verständlichen Spielart und im wirkungsvollen Auftreten der groß besetzten Big Bands. In der Swing-Ära entwickelte sich nicht ohne Grund eine ausgeprägte Tanzkultur.
Dizzy Gillespie war maßgeblich an der Entstehung des Bebop als eigenständige Richtung des Jazz beteiligt. Bekannt wurde er als Trompeter. Aber er war auch als Komponist und Sänger tätig.
Am bekanntesten ist sicherlich sein Hit “A Night in Tunisia”, aber auch Stücke wie “Groovin’ High” und “Woody ‘n You” zählen zu den Klassikern der Jazzgeschichte.