Die Trompete ist im Grunde genommen ein Sprachrohr, das die Möglichkeiten der menschlichen Stimme, Emotionen hörbar zu machen, ins Unermessliche erweitert. Wir haben sie uns im Rahmen unserer Instrumentenkundereihe einmal genauer angeschaut.
„Die Trompete zeigt mir innerhalb kurzer Zeit ob ich gut drauf bin, oder nicht. Jeder Fehler auf diesem Instrument ist alleine auf den Spieler zurückzuführen – das hat eiserne Disziplin zur Folge.“, sagte der wohl erfolgreichste deutsche Jazztrompeter Till Brönner einst in einem Interview auf releasetime.de über sich und sein Instrument. Und gerade diese besagte eiserne Disziplin, die es erfordert der Trompete wohlklingende Laute zu entlocken, scheint für viele Musiker der Anreiz zu sein, sich gerade mit diesem Blechblasinstrument zu beschäftigen.
Charlie Parker ist nicht einmal 35 Jahre alt geworden. Nichtsdestotrotz gilt er als eine der wohl schillerndsten Persönlichkeiten im Jazzbusiness der 40er Jahre und als Schöpfer des Bebop. Sein einzigartiger Umgang mit dem Saxophon bescherte ihm den Spitznamen Bird.
Charlie Parker gehört nicht in die Riege der Wunderkinder, die mit 5 Jahren die Liebe zu ihrem Instrument entdecken und mit 8 das erste Mal auf großen Bühnen stehen. Charlie Parker interessierte sich in seiner Schulzeit zwar bereits für Blasmusik und spielte gar in einem Orchester das Tenorhorn, seine Leidenschaft für das Saxophon, mit dem er später in die Geschichte eingehen sollte, entdeckte er allerdings erst im Alter von 17 Jahren.
Charlie Parker: Vom Autodidakten zum Profi
Hatte die Suche nach dem passenden Instrument lange angedauert, so sollte sein Aufstieg vom Amateur zum Profi umso schneller erfolgen. Kaum hatte er sich mit dem tiefen Holzblasinstrument angefreundet, spielte er auch schon in verschiedenen Bands und Orchestern. Sein Wissen über Musiktheorie und die richtige Intonation ließ allerdings vorerst zu wünschen übrig. So lange, bis ein einschneidendes Erlebnis alles verändern sollte…
Dee Dee Bridgewater veröffentlicht mit “Midnight Sun” am 23. August ihr erstes Best-of-Album aus über 40 Jahren Karriere. Darauf zu hören sind insgesamt 11 Titel, die die Jazzsängerin sorgfältig aus 6 Alben ausgewählt hat. Eine echte Herzensangelegenheit!
Die Grammy- und Tony-Award-Gewinnerin Dee Dee Bridgewater zollte auf verschiedenen Alben bereits Musikern wie Horace Silver, Duke Ellington, Ella Fitzgerald, Kurt Weill und Billie Holiday Tribut, ja versuchte sich sogar im französischen Chanson und auf der Musical-Bühne. Nach über 40 Jahren Bühnenerfahrung und Gesangskarriere scheint es an der Zeit die schönsten Momente Revue passieren zu lassen und ein Best-of-Dee-Dee-Bridgewater auf den Markt zu bringen.
Cool Jazz ist, wie der Name schon sagt, einer der kühlsten oder auch introvertiertesten unter den Stilen des Jazz. Er entwickelte sich Ende der 1940er Jahre aus dem Bebop und verstand sich in erster Linie als Kunstmusik.
Cool Jazz heißt so viel wie kühler oder introvertierter Jazz, ist deswegen aber keinesfalls kalt oder gar emotionslos. Er ist schlicht und einfach entspannter, zurückhaltender und dennoch komplexer als seine Vorgänger. Er entwickelte sich aus dem ohnehin vergleichsweise vielschichtigen Bebop und wurde stark beeinflusst durch die europäische E-Musik-Tradition.
“Don’t Worry, Be Happy!” öffnete Bobby McFerrin 1988 die Tore ins internationale Musikbusiness und erhellte die Gemüter seiner Fans. Dank seiner einzigartigen Stimme, die er wie ein Akrobat durch sämtliche Genre und Stile jongliert, zählt er noch heute zur Crème de la Crème der Musikwelt.
Bobby McFerrin ist geboren, um die Welt mit seiner Stimme zu verzaubern. Dem Sohn des ersten afroamerikanischen Opernsängers an der berühmten Metropolitan Opera in New York war sein musikalisches Talent quasi schon in die Wiege gelegt worden. Mit großen Augen und weit aufgesperrten Ohren verfolgte er die Unterrichtsstunden, die sein Vater seinen Gesangsschülern erteilte.
Im Alter von 6 Jahren bekam er erstmals Instrumental-Unterricht, zu Beginn am Klavier, später auch im Flöten- und Klarinettenspiel. Seine Karriere als Musiker startete er zunächst als Instrumentalist, er trat erst mit 27 Jahren auch als Sänger in Erscheinung. Als 1981 der erste Plattenvertrag winkte, nutzte er die Chance und zog sein Ass aus dem Ärmel. Auf seinem selbstbetitelten Debüt-Album beeindruckte er bereits mit der Wandelbarkeit und Flexibilität seiner Stimme. Als wäre es die leichteste Übung der Welt, wechselt er ohne hörbaren Bruch von der tiefen Brust- in die hohe Falsettstimme.
Latin Jazz ist eine Art des Modern Jazz, die sich um 1947 aus der Verschmelzung von Jazztradition und lateinamerikanischen Elementen ergab. Seine Beliebtheit verdankt er vor allem den zackigen kubanischen Rhythmen, die selbst Tanzmuffel in Bewegung versetzen.
Als der kubanische Klarinettist Mario Bauzá in den 1940er Jahren auf den großen Dizzy Gillespie traf, muss sich das wie ein Feuerwerk der Leidenschaft angefühlt haben. Die komplexen, musikalischen Strukturen des Bebop begegneten den heißen kubanischen Rhythmen, die Bauzá aus seiner Heimatstadt Havanna mit nach New York brachte, und vereinigten sich im so genannten Cubop, einer frühen Form des Latin Jazz. Bestes Beispiel für den Charme, den dieser Stil versprühte ist „A Night in Tunesia“ in der Version von Mario Bauzá.
Bebop ist eine in den 1940er Jahren entstandene Stilrichtung des Jazz, die sich von seinem Vorgänger, dem Swing, hauptsächlich in Komplexität und Besetzung unterscheidet. Rasende Tempi und ausufernde Soloimprovisationen waren dabei keine Seltenheit.
Als in den 1940er Jahren die Mittel des Swing allmählich ausgeschöpft waren und der Erfolg vieler Big Bands kaum mehr zu übertreffen schienen, war die Stunde gekommen. Die Geburtsstunde des Bebop. Jungemotivierte Musiker trafen sich vornehmlich in der Gegend um Harlem, um in gemeinsamen Jamsessions dem Jazz neuen Auftrieb zu geben.
Unter den Kreativen befanden sich schillernde Persönlichkeiten wie Charlie Parker, Dizzy Gillespie und Thelonious Monk. Der primäre Unterhaltungscharakter der Big Band war den selbstbewussten jungen Musikern zu bieder geworden. Sie wollten anspruchsvollere Musik machen, die kunstvoller und deutlich komplexer daher kam als die Musik der Vorjahre.
Dizzy Gillespie war maßgeblich an der Entstehung des Bebop als eigenständige Richtung des Jazz beteiligt. Bekannt wurde er als Trompeter. Aber er war auch als Komponist und Sänger tätig.
Am bekanntesten ist sicherlich sein Hit “A Night in Tunisia”, aber auch Stücke wie “Groovin’ High” und “Woody ‘n You” zählen zu den Klassikern der Jazzgeschichte.