Im zweiten Teil unseres Festivalreports berichten wir von den Samstagskonzerten des Elbjazz Festivals 2012. Zu den Highlights des Tages gehörten u.a. Helge Schneider und Butterscotch, die für den erkrankten Chilly Gonzales einsprang, Nils Wogram, Hamel, Jazzanova und Caro Emerald.
Der Elbjazz-Festival-Samstag wurde um 13.30 Uhr locker und leicht durch eine Jam-Session der niederländischen Gruppe Jam de la Creme auf der Spitzenbühne am Südkai eröffnet. Zeitgleich sorgte die Klezmer-Kombo 20vor8 vor der Elbphilharmonie für reichlich gepflegte Unterhaltung.
Am vergangenen Dienstagabend füllte Anoushka Shankar den Konzertsaal des Hauses der Kulturen der Welt mit warmen, orientalischen Klängen und entführte die Zuschauer in ihre exotische Welt.
Während draußen die kalten Winde bliesen und der ein oder andere Regentropfen den Asphalt befeuchtete, schien im Haus der Kulturen der Welt am vergangen Dienstag die Sonne. Anoushka Shankar schuf mit ihrer Mischung aus klassischer indischer Musik und spanischem Flamenco eine Stimmung, die das nasskalte Wetter vergessen machte und ein jedes Herz erwärmte.
Keith Jarrett ist einer der wohl bemerkenswertesten Pianisten unserer Zeit, der die Solo-Improvisation am Klavier zu seinem persönlichen Ausdrucksmittel machte und in ihr eine Sprache fand, die alle Welt zu verstehen scheint.
Im Jahr 1975 legte der damals 30-jährige Keith Jarrett einen entscheidenden Grundstein für seine weitere Karriere mit dem legendären „The Köln Concert“ in der deutschen Stadt am Rhein. Das am 24. Januar in der Kölner Oper aufgezeichnete Solokonzert wurde auf Tonträger gepresst und ging um die ganze Welt.
Free Jazz ist Ausdruck grenzenloser Freiheit. Und trotzdem ist Free Jazz nicht frei von Regeln. Scheint eine Improvisation auch noch so frei erdacht, liegen ihr doch bestimmte Muster, Werte und Formvorgaben zu Grunde.
“Let’s play the music and not the background”, sagte einst Saxophonist Ornette Coleman und prägte damit den Leitspruch einer ganz neuen Ära der Jazzmusikgeschichte. Das was bereits Anfang des 20. Jahrhunderts in der klassischen E-Musik passierte, sollte in den 60er Jahren auch im Jazz Niederschlag finden. Musiker wie Ornette Coleman, John Coltrane und Cecil Taylor loteten nicht nur die Grenzen der Tonalität aus, sondern sprengten auch sämtliche Genre- und Formvorstellungen. Das führte gar soweit, dass man ein gesamtes Konzert als eine Art Jam-Session organisierte, in der keinerlei Noten oder sogenannte Leadsheets verwendet worden sind.
Bebop ist eine in den 1940er Jahren entstandene Stilrichtung des Jazz, die sich von seinem Vorgänger, dem Swing, hauptsächlich in Komplexität und Besetzung unterscheidet. Rasende Tempi und ausufernde Soloimprovisationen waren dabei keine Seltenheit.
Als in den 1940er Jahren die Mittel des Swing allmählich ausgeschöpft waren und der Erfolg vieler Big Bands kaum mehr zu übertreffen schienen, war die Stunde gekommen. Die Geburtsstunde des Bebop. Jungemotivierte Musiker trafen sich vornehmlich in der Gegend um Harlem, um in gemeinsamen Jamsessions dem Jazz neuen Auftrieb zu geben.
Unter den Kreativen befanden sich schillernde Persönlichkeiten wie Charlie Parker, Dizzy Gillespie und Thelonious Monk. Der primäre Unterhaltungscharakter der Big Band war den selbstbewussten jungen Musikern zu bieder geworden. Sie wollten anspruchsvollere Musik machen, die kunstvoller und deutlich komplexer daher kam als die Musik der Vorjahre.
Der Chicago Jazz entwickelte sich in den 1920er Jahren aus der Stilrichtung des New Orleans Jazz. Jedoch sind beide musikalischen Ausdrucksweisen einzigartig und sollten nicht verwechselt werden.
Als Louis Armstrong, Jelly Roll Morton oder King Oliver in den 1920er Jahren von New Orleans nach Chicago kamen, war ihnen sicherlich nicht bewusst, dass ihre Anwesenheit in der US-amerikanischen Stadt die Jazz-Welt grundlegend ändern sollte.