Trombone Shorty nahm seinen Fans im gut gefüllten Postbahnhof am vergangenen Donnerstagabend nahezu den Atem, während er selbst an Trompete und Posaune durch schier unerschöpfliche Energie und ausgefeilte Technik brillierte.
Der in New Orleans geborene Troy Andrews alias Trombone Shorty ist auf dem besten Wege, in die Fußstapfen des wohl berühmtesten Sprosses seiner Geburtsstadt zu treten. Genau dort wo Louis Armstrong seine Karriere als Jazztrompeter begann, erblickte auch Trombone Shorty das Licht der Welt und verbrachte schon im Alter von 5 Jahren einen Großteil seiner Zeit mit blechernen Instrumenten wie Posaune und Trompete. Am vergangenen Donnerstag legte er ein beeindruckendes Zeugnis seiner Lehrjahre im Postbahnhof in Berlin ab.
Am kommenden Sonntag treffen ein Urgestein des Jazz und einer der erfolgreichsten zeitgenössischen Jazzmusiker aufeinander: Mark Murphy und Till Brönner werden im A-Trane Berlin gemeinsam musizieren.
Für den mittlerweile 79-jährigen Jazzsänger Mark Murphy und den deutschen Jazztrompeter Till Brönner markiert der gemeinsame Auftritt im A-Trane am kommenden Sonntag keineswegs die erste künstlerische Zusammenarbeit. Till Brönner, der sich neben seiner Solokarriere an der Trompete auch als Lehrer und Casting-Juror betätigt, hat sich außerdem als Produzent einen Namen gemacht und stand Urgestein Mark Murphy schon bei der Produktion seiner letzten beiden Alben „Once To Every Heart“ und „Love Is What Stays“ mit Rat und Tat zu Seite. Nun scheint es für die beiden an der Zeit zu sein, sich auch live einmal gemeinsam blicken und hören zu lassen.
Die Trompete ist im Grunde genommen ein Sprachrohr, das die Möglichkeiten der menschlichen Stimme, Emotionen hörbar zu machen, ins Unermessliche erweitert. Wir haben sie uns im Rahmen unserer Instrumentenkundereihe einmal genauer angeschaut.
„Die Trompete zeigt mir innerhalb kurzer Zeit ob ich gut drauf bin, oder nicht. Jeder Fehler auf diesem Instrument ist alleine auf den Spieler zurückzuführen – das hat eiserne Disziplin zur Folge.“, sagte der wohl erfolgreichste deutsche Jazztrompeter Till Brönner einst in einem Interview auf releasetime.de über sich und sein Instrument. Und gerade diese besagte eiserne Disziplin, die es erfordert der Trompete wohlklingende Laute zu entlocken, scheint für viele Musiker der Anreiz zu sein, sich gerade mit diesem Blechblasinstrument zu beschäftigen.
Dee Dee Bridgewater veröffentlicht mit “Midnight Sun” am 23. August ihr erstes Best-of-Album aus über 40 Jahren Karriere. Darauf zu hören sind insgesamt 11 Titel, die die Jazzsängerin sorgfältig aus 6 Alben ausgewählt hat. Eine echte Herzensangelegenheit!
Die Grammy- und Tony-Award-Gewinnerin Dee Dee Bridgewater zollte auf verschiedenen Alben bereits Musikern wie Horace Silver, Duke Ellington, Ella Fitzgerald, Kurt Weill und Billie Holiday Tribut, ja versuchte sich sogar im französischen Chanson und auf der Musical-Bühne. Nach über 40 Jahren Bühnenerfahrung und Gesangskarriere scheint es an der Zeit die schönsten Momente Revue passieren zu lassen und ein Best-of-Dee-Dee-Bridgewater auf den Markt zu bringen.
Ein alter Hase und ein fideler Jungspund sind Ende Juli im Rahmen des Verve Club in the Garden live zu erleben: Sérgio Mendes und Trombone Shorty. Der Skulpturengarten der Neuen Nationalgalerie bietet das wohl stilvollste Ambiente der Open Air Saison.
Seit 2005 finden im Rahmen des Verve Club einzigartige Konzerte mit hochkarätigen Künstlern wie Lizz Wright, Elvis Costello oder Curtis Stigers statt. Nun sollen die Veranstaltungen des gleichnamigen Labels, das bereits Legenden wie Ella Fitzgerald, Sarah Vaughan und Oscar Peterson zu internationalem Erfolg verhalf, auch auf Open Air Bühnen ausgeweitet werden. Am 25. und 26. Juli werden Altmeister Sérgio Mendes und Newcomer Trombone Shorty im Skulpturengarten der Neuen Nationalgalerie erwartet.
Der Hard Bop entwickelte sich Mitte der 50er Jahre als Gegenstück zum eher introvertierten Cool Jazz aus dem Bebop. Härter, temperamentvoller, aber zugleich ein wenig reduzierter als sein Vorgänger zeigte er sich hörbar von Blues- und Soulelementen beeinflusst.
Während sich der Cool Jazz Ende der 1940er Jahre als eher avantgardistische Variante des Bebop entwickelte, entstand ein wenig später (Mitte der 50er) der Hard Bop vornehmlich unter der Federführung afroamerikanischer Musiker. Elemente aus Soul und Blues hauchten dem Bebop neues Leben ein und verursachten den (wortwörtlich) härteren Klang des Hard Bop. Als Gegenstück zur introvertierten Spielart des Cool Jazz wirkte der Hard Bop deutlich animalischer, gleichsam unterhaltsamer und attraktiver für zahlendes Publikum. Was nicht heißen soll, dass Hard Bop als „leichte Kost“ zu gelten hat.
Cool Jazz ist, wie der Name schon sagt, einer der kühlsten oder auch introvertiertesten unter den Stilen des Jazz. Er entwickelte sich Ende der 1940er Jahre aus dem Bebop und verstand sich in erster Linie als Kunstmusik.
Cool Jazz heißt so viel wie kühler oder introvertierter Jazz, ist deswegen aber keinesfalls kalt oder gar emotionslos. Er ist schlicht und einfach entspannter, zurückhaltender und dennoch komplexer als seine Vorgänger. Er entwickelte sich aus dem ohnehin vergleichsweise vielschichtigen Bebop und wurde stark beeinflusst durch die europäische E-Musik-Tradition.
Unvergessen bleibt Miles Davis’ Interpretation von “Time after time” und die Spontaneität des Jazztrompeters auf dem meistverkauften Jazzalbum überhaupt: “Kind of Blue”. Ob im Quintett für das modale Milestones-Album oder als Solist an der Seite anderer Jazzlegenden, sind seine Songs nicht “all blues”, aber doch “kind of blue”.
Wenn im Radio eine coole Trompete mit einer bluesigen Note jazzt, dann ist das kein anderer als der Jazztrompeter, Flügelhornist und Komponist Miles Dewey Davis. Der 1991 verstorbene US-amerikanische Musiker hat den Jazz eingängig geprägt und ihm immer wieder neue Gesichter entlockt.
Anstatt „am Ende des Tages“, nachdem er ein neues Album unter selbigem Titel fertig gestellt hat, mit schönen Frauen – wie Nadja Auermann etwa – auf dem Sofa zu lümmeln und ausnahmsweise mal Musik zu hören statt zu machen, gibt Till Brönner lieber Konzerte – und geht gleich mal auf Tour.
Der wohl erfolgreichste deutsche Jazztrompeter Till Brönner ist derzeit auf Tour mit seinem neuen Album „At the End of the Day“, welches am 15. Oktober 2010 erschien. Der einzige deutsche Weltstar im Jazz zeigt aber auch andere Facetten.
Bebop ist eine in den 1940er Jahren entstandene Stilrichtung des Jazz, die sich von seinem Vorgänger, dem Swing, hauptsächlich in Komplexität und Besetzung unterscheidet. Rasende Tempi und ausufernde Soloimprovisationen waren dabei keine Seltenheit.
Als in den 1940er Jahren die Mittel des Swing allmählich ausgeschöpft waren und der Erfolg vieler Big Bands kaum mehr zu übertreffen schienen, war die Stunde gekommen. Die Geburtsstunde des Bebop. Jungemotivierte Musiker trafen sich vornehmlich in der Gegend um Harlem, um in gemeinsamen Jamsessions dem Jazz neuen Auftrieb zu geben.
Unter den Kreativen befanden sich schillernde Persönlichkeiten wie Charlie Parker, Dizzy Gillespie und Thelonious Monk. Der primäre Unterhaltungscharakter der Big Band war den selbstbewussten jungen Musikern zu bieder geworden. Sie wollten anspruchsvollere Musik machen, die kunstvoller und deutlich komplexer daher kam als die Musik der Vorjahre.